...werden wir auf ewig zusammensein.
So oder so ähnlich sähe wohl ein Gespräch zwischen dem Singleplayer und dem Multiplayer eines Spieles wie Uncharted aus, wenn es den
frisch gepresst im Regal steht. Und man kennt es so. Die meisten Spiele haben als Zusatz einen Multiplayer, oft sogar ist aus dem Zusatz das
Hauptthema geworden (z.B. Call of Duty).
Es ist nur so eine Idee die mir schon länger im Kopf rumschwirrt und ich lasse es einfach mal raus und bin gespannt was ihr davon haltet.
Um gleich auf den Punkt zu kommen: Man koppelt den Singleplayer komplett vom Multiplayer eines Spiels ab und macht zwei völlig seperate Spiele daraus.
An dieser Stelle möchte ich Uncharted aufgreifen und als Beispiel nehmen um die Vorteile (und Nachteile) zu beleuchten die meiner Meinung nach entstehen würden.
In der Realität werkelt Naughty Dog nun insgesamt schon 2 Jahre am dritten Ableger inklusive Singleplayer Kampagne und Multiplayer. 2 Jahre Zeit um 2 Spiele zu entwicklen, den es ist nicht
mehr so wie früher, wo in den letzten 3 Monaten der Entwicklungsphase ein paar Maps und 2 Spielmodi ins Spiel gesetzt wurden. Wenn ich mir alleine den MP von Uncharted 2 anschaue
dann steckt da sehr viel Arbeit dahinter. Wahrscheinlich genauso viel wie für den SP. 2 Jahre für EIN Team mit EINEM Budget, mit der Hälfte der Zeit ZWEI Spiele zu entwickeln.
Hier komme ich ins Spiel und behaupte das es klüger wäre beide Parteien unabhänig voneinander, mit verschiedenen Budgets und verschiedenem Zeitplan zu entwicklen (gibts ein geeignetes Synonym
für "entwicklen"? Ich benutze das Wort in jedem Satz

). Das soll heißen das ein Uncharted 3 im Nov 2011 erscheint und Uncharted Online im Nov 2012, eben ein Jahr später.
Intern sieht das ganze so aus: Naughty Dog besitzt, angenommen, 100 Mitarbeiter und ein Budget von x € im Nov 2009 nach dem Release von Uncharted 2. 80 dieser Mitarbeiter beschäftigen sich volle 2 Jahre
mit dem SP und entsprechend 80% des Budgets (angenommen) gehen dafür drauf. Für Drehbuchautoren, Motion Capturing und weiß der Teufel was dürfen Unsummen ausgegeben werden woraus eine 25 Stunden Kampagne resultiert,
die vor kreativen Einfällen und Ideen nur so strozt (Setting, Story...). Spiel wird released, alle sind aus dem Häsuchen und ND freut sich über Gewinne. Nun kommt das dritte Jahr ins Spiel. Über 2 Jahre konnten sich 20 Mitarbeiter bereits Konzepte ausdenken und erste Fortschritte erzielen, mit Outsorcing an andere Unternehmen sind "nervende" Eigenheiten aus der Welt geschaffen, die ein Onlinespiel so mit sich bringt. Über ein volles Jahr nun hat ND 100 Mitarbeiter, die aus einem Uncharted Online alles rausholen können was möglich ist. Koop Missionen, Spielmodi und haufenweise Features. Spiel wird released, alle sind aus dem Häuschen und ND freut sich über Gewinne.
Für uns/die Spieler sieht das ganze so aus: Wir bekommen zum Vollpreis einen SP, der seinen Vollpreis aber auch wert ist. Nach einer Durststrecke von einem Jahr sind alle heiß auf U Online und langen zum Vollpreis zu einem MP, der seinen Vollpreis auch wert ist. Nachteil dabei ist, das Publisher die Kunden etwas an der Nase herumführen kann, sprich das mit dem Vollpreis etwas zu ernst nimmt. Meiner Ansicht nach dürfte ein Spiel jeweils nicht sehr viel mehr als 50€ kosten, weil man für den vollen Umfang 2 mal Vollpreis zahlen muss für etwas was man früher in kleinem Umfang zu einem gezahlt hat. Dennoch ist darin wieder der Vorteil, das man diesen einen Vollpreis, der bei Uncharted 3 gerade bei 65€ liegt, nicht unbedingt zahlen muss wenn man sich für den MP nicht interessiert oder umgekehrt.
Ich habe so gar keine Lust Uncharted 3 vorzubestellen weil mich der MP nicht anmacht, ich in diesen 65€ trotzdem den Preis mitbezahlen muss, was in meiner Beispielrechnung immerhin 15€ sind. Diese 15€ sind in Verbindung mit einer 8 Stunden Kampagne für die restlichen 50€ mein Salz in der Kürbissuppe.
Ein derartiges System wäre also für Spieler wie mich geradezu geschaffen. Aber selbst der Kombozocker würde für 100€ (auf 12 Monate verteilt, jeweils 50€) 2 vollwetige Spiele bekommen, wie sie meiner Meinung nach im Jahre 2011 eigentlich sein sollten.
Ich will hier keine Grundsatzdiskussion vom Zaun brechen was die Länge eines SP und den Umfang eines MP betrifft (ich kann Mayhem schon anstürmen sehen

), aber ich finde das meine Argumente doch irgendwo Hand und Fuss haben. Zumal sich die Industrie irgendwann auch mal weiterentwickeln sollte. Wenn man von visueller Sicht absieht, stehen wir heute auf dem gleichen Stand wie vor 10 Jahren. >10 h SPs waren die Norm und der MP hat sich bis auf die Onlineanbindung kaum weiterentwickelt. Heute suggieren Statistiken und Auszeichnungen natürlich Langzeitspaß, das ist aber nichts wofür man 10 Jahre tüfteln müsste. Zumal mir eben jene Industrie Recht gibt! Killzone 3 ist weder Fisch (SP) noch Fleisch (MP) und ich könnte bis übermorgen Spiele auflisten, die ihr Potential hüben wie drüber nicht erfüllen konnten. Dagegen stehen Spiele wie Castlevania: Lords of Shadow. 20 traumhafte Stunden SP Erlebniss das nicht nur von mir, sondern auch von der internationalen Presse gewürdigt wurde. Auf der anderen Seite Battlefield 2, das heute noch eines der besten MP Shooter ist die man für Geld kaufen kann und das vollkommen ohne Kampagne (und ohne Abo).
Im Endeffekt profitiert nicht nur der Spieler davon, sondern auch der Entwickler. Soweit mein Taschenrechner nicht lügt ist 1 x 65€ weniger als 1,5 x 50€, wenn man davon ausgeht das nur jeder zweite Käufer beide Spiele besitzen würden. Vom Imagine Plus durch 2 Perlen ganz abgesehen.
Mir ist so, als hätte ich bei diesem ganzen Pro und Kontra Wirr Warr etwas vergessen. Werde nachbessern, falls mir noch was einfällt. In der Zwischenzeit würde ich euch bitten, eure Gedanken dazu aufzuschreiben. Wahrscheinlich erledigen sich
meine Denkanstrenungen dann von selbst.
Edit: May ist der Kritisier-Bär, der hat an allem was auszusetzen.
Aber was genau du jetzt schreiben würdest, kannst nur du und Gott wissen. =)