Da ich nicht ganz so viel Auswahl habe was meine Einkäufe in diesem Genre dieses Jahr angeht, habe ich für die 2 Spiele abgestimmt die
ich dieses Jahr gespielt habe: L.A. Noire und Uncharted 3.
Edit während des schreibens: Meine dumme Angewohnheit kommt hier wieder zum Vorschein, eher die negativen Aspekte aufzuzeigen.
Deshalb einfach daran denken: Was nicht expliziet erwähnt wird, ist positiv.
L.A. Noire ist in vielerlei Hinsicht ein interessantes Thema. Setting, Spielprinzip und das Theater um die Entwickler haben meine Eindrücke geprägt.
Ein Los Angeles der 50er Jahre ist natürlich ein unverbrauchtes Setting und der Retro Look sieht so gut aus wie entsprechende Jordan Sneakers. Das
macht ganz viel, wenn nicht alles vom Flair aus den das Spiel versucht rüber zu bringen, was trotz der astreinen Kullisse nicht ganz gelingt. Die Stadt ist sehr steril
und obwohl sich die Entwickler mit versteckten Autos und anderen Goodies sichtlich Mühe gegeben haben, ein wenig erkundungsfeindlich. Wahrscheinlich hänge
ich zu sehr den Standards von GTA hinterher aber gerade im Vergleich zum Open-World König bleibt L.A. langweilig, irgendwie weil auch die Mittel damals fehlten
was spannendes zu machen. Trotz oder gerade deswegen sehe ich L.A. Noire nicht wirklich als Open World Spiel sondern die offene Stadt ist mehr ein Zusatz
hinter dem eigentlichen Spiel, hinter der Story. In der vermisse ich aber ein bisschen das Noire, auch wenn hier gute Ansätze gezeigt werden. Aber an Filmklassiker
wie L.A. Confidential reicht das Videospiel nicht ran, auch nicht weil man erzählerisch nicht aus den vollen schöpft was die polizeiliche Arbeit angeht. Hier bleibt
man unverständlicher Weise sehr eintönig, gerade die Fallauswahl beschränckt sich zu sehr auf Morde, selbst als man im Verkehrsdezernat den die Marke trägt.
Hier hätte ich mir mehr Vielfalt gewünscht, was die einzelnen Fälle schon an sich spannender gestaltet hätte auch wenn der Lösungsweg so gut wie jedes mal
der gleiche ist. Das man hier praktisch mit Day 1 DLC "verbessert" hat, hat mir gar nicht gefallen. Das sind Dinge die im fertigen Spiel vorhanden sein sollten. Das
war schon sehr frech. Besser war da die Verknüpfung machner Fälle zu einer Storylogik, da hauptsächlich vom Hauptdarsteller Phelps vorangetrieben wird, auch wenn
seine Veteranengeschichten zusammenhangslos und willkürlich erscheinen.
Ich habe kein Throwback GTA erwartet, sondern genau das was ich bekommen habe. Nur leider ein bisschen zu wenig, aber das Spiel ist in seinem Grundgedanken
erfrischend anderst. L.A. Noire's größte Schwäche ist das stellenweilse lahme Drehbuch wie z.B. einige stumpfe Fälle, relativ wenig noir und gezwungene
Actioneinlagen, aber alles andere ist echt top wenn man weiß was man will und sich darauf einlässt.
Número dos ist mein persönliches Spiel des Jahres (was ehrlich gesagt bei meiner mageren Ausbeute nicht sehr verwunderlich ist). Uncharted 3.
Es macht eigentlich nichts sehr viel besser als Among Thieves, aber was noch wichtiger ist: nichts schlechter! Oder doch?
Der Hauptunterscheid ist definitiv die Balance zwischen den Gameplayelementen klettern, rätseln und die Sau raus lassen. Letzters wirkt im Gegensatz
zum Vorgänger etwas übersprapaziert, mittlere sind aufwändiger insziniert aber (noch) einfacher und erstere bekommen keine eigene Bühne mehr, sondern
sind Zwischenpuffer für die anderen 2 Sachen. Gerade das finde ich ein bisschen schade weil so kaum Raum für spektakuläre Kletterpartien bleibt, die
gleichzeitig eine Art Ruhepohl zum üblichen Geballer darstellen könnten wie es in U2 der Fall war. Auch an der archiologischen Spurensuche in den
vergessenen Kammern dieser Welt bricht sich keiner was ab, weil die Rätsel absolut lösbar sind und meistens nur aus dem Finden eines Schalters bestehen.
Das war zwar noch nie anders, aber ein bisschen knackiger hätte das schon ausfallen können, dafür sind sie sehr schick insziniert. Ein Kompromiss mit dem
ich in diesem Fall leben kann. Alles andere ist praktisch eine Kopie von Among Thieves, es gibt sogar Abschnitte die direkt aus dem Vorgänger übernommen
wurden. Allerdings wurde im Zug des bigger & better Konzepts, das Sequels so an sich haben, auch die Action generalüberholt was mMn 2 negative Aspekte
nach sich zog. Die "kleine" Action, also Schußwechsel in freien Arealen mit Soldaten etc hat mehr PS bekommen was mehr Gegner und mehr Kugeln bedeutet.
Zudem agiert Drake im Faustkampf wie Bruce Lee was effektiver ist als die beste Waffe. Das die Gegner nicht wirklich schlauer geworden sind trägt nicht dazu
bei das die Gefechte spannender werden, eher im Gegenteil. Der hohe Bodycount lässt Drake zu stark wirken und nimmt viel Atmosphäre raus. Schade. Und die
"große" Action wurde irgendwie stark runtergeschraubt. Damit meine ich übrigends nicht die Zug- oder die Schiffsmission, sondern eher die Zwischenbosse, die
in Among Thieves in Form von Kampfhubschrauber und Panzer noch irgendwie sporadisch verhanden war. Das fehlt leider fast komplett.
Aber ich kritisiere auf sehr hohem Niveau, den gerade die Abstimmung der einzelnen Gameplayelemente ist eher Geschmackssache als objektive Einschätzung.
Insgesamt ist Drake's Deception ganz großes Blockbusterkino. Gerade die Kulisse ist großartig, so ein Artdesign sieht man nicht sehr oft ohne in Mittelalter-Fantasy
Spielen zu landen. Hier ist jedes Level technisch sowieso künstlerisch allem erhaben, das man derzeit auf Konsole kaufen kann. Und in 3D wird das sogar noch geiler!
Wie gesagt, Uncharted 3 ist ohne große Überraschung mein Spiel des Jahres.