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[Allgemein] Plot vs. Gameplay

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Friday, February 10th 2012, 1:58pm

Plot vs. Gameplay

Hallo allerseits. Die Idee zu dem Thread hatte ich eigtl. schon länger und genau genommen ist das auch nicht wirklich ein neues Diskussionsthema, aber es würde mich doch interessieren wie einige dazu stehen:
Plot vs. Gameplay.
Ich schreibe das heute, weil ich vorhin ein Zitat von David Jaffe (Schöpfer von God of War I und dem kommenden Twisted Metal) gelesen habe. Er meint nämlich, dass sich viele Entwickler zu sehr auf die Geschichte konzentrieren. So kritisiert er z.B. den Anfang von "Batman: Arkham City", in dem man Bruce Wayne/Batman in Handschellen steuert und nur minder Einfluss auf die Umstände hat (sprich, man kann nur rumlaufen und sich umschauen) Auf der anderen Seite lobt er Spiele wie Skyrim (das man bei Skyrim am Anfang auch absolut NICHTS machen konnte hat er wohl vergessen).
Hier mal das weitere Zitat dazu:

Quoted

A lot of these people will say ‘I have something to say, I have a story to tell.’ If you’ve really got something inside of you that’s so powerful, like a story you’ve got to share or a philosophy about mans place in the universe, why in the fuck would you choose the medium that has historically, continually been the worst medium to express philosophy, story and narrative?” he scorned, as reported by GamesIndustry.

“Why wouldn’t you write a book, why wouldn’t you make a movie? It’s like being one of the world’s best chefs and working in the world’s best restaurants, you ply your trade in McDonalds.”

“I think we need to adjust our thoughts, we need to change what we think this medium is. We’ve let the gameplay muscle atrophy,” he added.


Ich möchte hierbei noch erwähnen, dass Jaffe in Zukunft mehr Browser- und Casualgames machen möchte respektive evtl. irgendwann was für die neuen Konsolen.

Nun, wie steht man zu sowas. Als angehender Entwickler kann ich dem absolut nicht zustimmen. Jeder Entwickler hat da seine eigene Sichtweise, betrachtet man das ganze aus akademischer Sicht ist das ein Streitthema, das seit Jahren vorherrscht: Ludologen vs. Narratologen. Während, grob erklärt, Ludologen auf das Gameplay fixiert sind und Story(telling) sozusagen nur Mittel zum Zweck darstellt, sehen Narratologen weitaus mehr im "Spiel". Ein relativ bekanntes Zitat hierbei eines Ludologen ist: "If I throw a ball at you, I don't expect you to drop it and wait until it starts telling stories."
Was ich persönlich im Übrigen für ziemlich bescheuert halte, da das Ballspiel in keinerlei Kontext zu etwas steht. Ich für meinen Teil bin da stark ideologisch. Ich denke, das Videospiel kann so viel mehr sein. Es MUSS nicht, hat aber Potenzial. Ich wollte immer etwas in RIchtung "Geschichten Erzählen und Leute zum Nachdenken anregen" machen. Ich hätte auch ein Regisseurstudium machen können oder Bücher schreiben können. Aber ich dachte mir, es ist eine durchaus interessante Herausforderung das Medium "Videospiel" herzunehmen und eines Tages ein Spiel zu kreiieren, dass den Spieler so flashen kann, wie mich Filme oder Bücher umhauen.
Schriftsteller, Philosophen etc. wie Sokrates, Schiller, Dostojewski hatten alle das Ziel den Meschen in positive Bahnen zu lenken, zu einem besseren Wesen zu erziehen. Ich denke Spiele haben dieses Potenzial, aber das geht nur bedingt mit Gameplay. Storytelling ist immens wichtig. In meiner kompletten Spielelaufbahn haben mich nur 4 Spiele auf solch eine Art und Weise berührt. Ich denke, es wäre einfach vergeudetes Potenzial des Mediums nicht mehr zu wagen als nur Gameplay.
Betrachtet man andere Kunstfacetten: Bilder, Musik, Film. Wo stünden wir heute, wenn Maler, Musiker und Filmemacher nicht neues ausprobieren würden. Man muss an seine Grenzen gehen und darüber hinaus, wir hätten sonst keine expressionistischen Bilder, keine Grungemucke, keine Arthousefilme.

Wie steht ihr dazu?

Love can't be annihilated. It is not a virus.

trimone

Hero to the Downtrodden

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Friday, February 10th 2012, 3:19pm

Für mich ist die Story in Spielen auch sehr wichtig. Natürlich gehört zu einem gutem Spiel mehr als nur eine gute Story, aber selbst bei einem God of War oder Portal (geniales Gameplay bei beiden Spielen) würde mir ohne die Story und alles drumherum die Spiele weniger Spaß machen. Wenn Kratos durchdreht und sich durch halb Griechenland prügelt, will ich verdammt noch mal wissen wieso. Auch wenn sehr viel durch das Gameplay erzählt wird.
Das ist auch das großartige an Spielen, dass man eine Story auf sehr vielen verschiedenen Arten erzählen kann(eig sehr filmähnlich). ZB einfach nur durch die Atmosphäre ohne ein Wort zu sagen wie bei Limbo.
Darauf zu verzichten oder in den Hintergrund zu stellen wäre, meiner Meinung nach, ein Schritt in die falsche Richtung.

Manchmal verstehe ich Jaffe nicht, aber nach mehr Kreativität im Gameplay zu fordern ist gar nicht so verkehrt. Mansche Spiele unterscheiden sich nur durch Story, Artdesign und Kleinigkeiten im Gameplay :rolleyes:

Toschwil

alter Hase

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Friday, February 10th 2012, 3:39pm

Also ich persönlich denke, dass es halt auf das Game bzw. auf das Genre ankommt. Bei einem Ballerspiel wie z. B. Call of Duty ist eine Story in meinen Augen gar nicht nötig und wird auch nicht erwartet, es soll halt geballert werden, hier reicht in meinen Augen eine kurze Einleitung und fertig. Bei so spielen Wie Uncharted, (Tomb Raider) usw. ) ist die Story extrem wichtig. Hier erwarte ich auch eine gute Hintergrundgeschichte, einen spannenden Spielverlauf etc. Bei solchen Spielen stört es mich extrem, wenn die Story logische Fehler etc. enthält, in meinen Augen mindert das direkt den Spielspass. Allerdings nützt auch die beste Geschichte nichts, wenn das Gameplay grottig ist, alleine eine Umsetzung der Steuerung oder der Kameraperspektive kann ein Game völlig versauen, Grafik ist eben doch nicht alles!
Der Klügere gibt solange nach, bis er der Dumme ist.


© by twister93[/align
...geht nicht mehr...

Stimp

Dauerposter

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Friday, February 10th 2012, 4:54pm

Stimmt, ich sehe das ganze ambivalent. Es gibt spiele da dürste ich geradezu nach einer "Skip Intro/Video" Funktion, wohingegen ich bei anderen Spielen gar nicht genug von diesen Sequenzen bekomme (und somit der Story). Ich glaube ihr solltet wissen welches Spiel ich mit letzerem gemeint habe.

Aber ich finde, wie May', es fast schon Naiv von dem jungen Mann zu behaupten, dass Spiele kein geeignetes Medium für Storytelling seien. Man sollte dem jungen Mann mal vielleicht das eine oder andere gute Storyspiel vor die Nase legen.

Agent-Kiwi

alter Spotler

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Friday, February 10th 2012, 6:48pm

Als fast schon strikter Singleplayerzocker liegt meine Gewichtung naturgemäß auf Seiten der Story, allerdings muss ich sagen das auch hier sehr viel davon abhängt wie das Spiel als Ganzes
funktioniert bevor ich daran gefallen finde. Setting und Szenario haben bei mir wahrscheinlich die größte Gewichtung. Wenn mir das gefällt sehe ich oft über kleine Schwächen hinweg und
bin fröhlich bei der Sache, als Beispiel kann ich hier das aktuellste AvP Spiel nehnen.

Ich finde aber das lässt sich alles nicht so pauschal sagen.
Als Konterbeispiel bringe ich gerne wieder Killzone 3, das eine ausufernde Geschichte um Rettungs- und Schleichmissionen sowieo politische Intrigen erzählen will und mMn gerade deswegen
irgendwie auf die Nase fällt. Da hat mir die Schlichtheit von Killzone 2 um ein vielfaches besser gefallen. Man war ein einfacher Soldat und hat das drumherum nur soweit mitbekommen, wie
es auch tatsächlich sein würde...Funksprüche, eigene Beobachtung etc. In Killzone 3 ist man wie immer der volle Superheld. Das ist für mich einfach keine Atmosphäre mehr und wirkt
08/15. Liegt wahrscheinlich auch daran, dass das Spiel sehr pubertär insziniert worden ist, aber das ist eine andere Geschichte.

Uncharted ist ein gutes Beispiel für das Zusammenspiel verschiedener Komponenten. Story und Gameplay sind mMn auf sehr hohem Niveau. In diesem Zuge kann ich aber auch mal loswerden
dass ich finde das eine gute Grafik schon sehr wichtig sein KANN. Würde Uncharted nicht so gut aussehen denke ich nicht das es so gut ankommen würde.

Letzten Endes kommt es wirklich auf das Spiel drauf an, was mehr Gewichtung haben sollte.

Protheus

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Friday, February 10th 2012, 7:43pm

Ich schließe mich Kiwi an.

Für mich ist Story auch erheblich wichtiger als Gameplay. Oder andersrum, ein Spiel, wo es nur um Features und Spielmechanik geht langweilt mich zu tode. Es muß ne Story drinhaben. Dementsprechend bin ich für Spiele ala Tetris nicht zu haben. Man verliert immer (man kann nicht gewinnen) und es geht nur um das Gameplay. Das sagt mir nichts mehr. Das war früher evtl. auch mal anders, aber heute ist das eben so. Man wird ja auch älter und evtl. verschieben sich da auch die Ansprüche.

Ein Spiel müsste so sein, wie z.B. Heavy Rain. Das haut mich von Sockel. Oblivion/Skyrim, ja sogar GoW hat ne Story, die mir zusagt. Auch Dantes Inferno etc. Die letzteren sind zwar stark auf die Action ausgelegt, aber trotzdem noch viel Story drin. Wenn das einfach nur die Action wäre - sprich ohne Story ... dann würden sie mich tötlich langweilen. Ich kämpfe mich da nur durch, weil ich in der Story weiterkomme und nicht anders rum. Man sieht das auch sehr gut an den Trophies ... mach ich nicht, weil das in der Regel um das Gameplay geht und irgendwas bescheuert 100x zu machen ist einfach nichts, was mich kickt.

Ich könnte noch mehr spiele aufreihen, die da in die Richtung gehen ... Uncharted, Bioshock, Fallout usw. usf.

Ich möchte Dir mal Danken Mayhem, weil diese ganze Überlegung mir die Augen geöffnet hat, warum ich eigentlich Spiele mag und warum bestimmte bevorzuge ... Das war echt hilfreich.
CU
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Monday, February 13th 2012, 1:17pm

das thema kann man in meine augen sowieso nicht pauschalisieren , nicht im geringsten . es gibt viel zu viele spiel generes , da braucht man gar keine gar keine story . nicht desto trotz können sie langezeit motivierend sein.
nehmen wir einfach mal sportgames wie zum bsp. fifa (12) . also hier wäre ein story schon fast lächerlich . ;)
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Monday, February 13th 2012, 1:30pm

naja, du hast ja schon den managermodus :-) und das wird ja auch in sportspielen immer mehr hervorgehoben, ob bei tennisspielen die karriere oder managermodus oder ähnliches. Also es geht schon sehr viel in richtung story.


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Monday, February 13th 2012, 1:35pm

Aeh ... Story ist für mich eine Geschichte, die erzählt wird. Darunter fallen "Karrieren" sicher nicht. Die Karriere ist nichts anderes als Trophies oder ähnliches, die eben nur dazu da sind einen Anreitz zum Weiterspielen zu geben, wenn man die ständige Wiederholung sonst eigentlich nicht machen würde.

Protheus
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Monday, February 13th 2012, 1:38pm

ja, sehe ich auch so . man spiet ja im manager modus nicht als felix magath und erlebt die meisterschaft mit wolfsburg ;)
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Monday, February 13th 2012, 1:39pm

naja, denke es ist so ein mittelding. die karieren bei den fifaspielen gehen ja schon etwas weiter. Zeitungsberichte, etc.. Gebe dir recht, dass es keine komplette Geschichte ist, aber es geht schon mehr in richtung Story als früher, als man einfach nur Spiele und Turniere zockte. Also selber hier ist ein wenig "Drumherum" dazugekommen.


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