Mikrowellen sind geil. Aber eher, wenn sie unser Essen warm machen, und nicht, wenn ein Laser einer russischen Weltraumstation auf San Francisco gerichtet wird und die Einwohner wörtlich platzen. So geht’s in Vanquish zu, dem neuen Spiel von Resident Evil 4 und Bayonetta-Schöpfer Shinji Mikami.
Die Russen kommen!
Nun ja, sie sind eigentlich schon da, als Sam Gideon, Hauptcharakter von Vanquish, mit einer Militär-Einheit in die Raumstation fliegt um dort aufzuräumen. Ursprünglich war sie zur Gewinnung von Solarenergie gedacht, doch nachdem der russische General Zaitsev sie in eine Massenvernichtungswaffe verwandelt hat, und nach San Francisco auch New York ins Visier nehmen will. Sollte die USA nicht kapitulieren, sind Sam und die Elitesoldaten die letzte Chance, die USA zu retten. Nebenbei bekommt man von einer Verbündeten Anweisungen, was man als Ziel hat. Zum Schluss gibt es noch eine Wendung. Naja, man muss sagen, dass Vanquish zwar eine Story hat, in die schon Mühe reingesteckt wurde, aber die Geschichte ist in so einem Spiel nicht wichtig und deswegen lässt sich auch nicht mehr viel dazu sagen. Anzumerken ist noch, dass Sam Gideon ein erfrischend anderer Charakter ist. Ein Beispiel ist, als er mitten im Bossfight an den Rand einer Plattform geworfen wird, er sich grade so festhalten kann, und als man denkt er rappelt sich schnell auf, um weiter zu kämpfen, zündet sich der Kettenraucher eine Zigarette an.
Nano Suit 2.0
Sam trägt einen speziell für ihn entwickelten A.R.S. Kampfanzug. Und durch diesen Anzug ist Vanquish ein Pflichtkauf für jeden Actionfan. Denn Sam kann per Düsenantrieb über den Boden sliden, furiose Nahkampfattacken auslösen oder eine Zeitlupe auslösen, wenn man beispielsweise schießt, während man slidet oder über eine Deckung springt. Schön ist auch, dass diese Zeitlupe aktiviert wird, wenn man kurz davor ist, ins Gras zu beißen. All diese Features braucht Sam auch, denn ihm steht eine Übermacht von russischen Robotern gegenüber. Während kleinere Gegner sich einfach nieder schiessen lassen, brauchen größere und kleinere Bossgegner ihre ganz eigene Taktik, um sie zu besiegen. Damit dies kein Problem ist, stehen euch viele Waffen zur Verfügung, z.B. ein Maschinengewehr, eine Schrotflinte, ein Raketenwerfer, Granaten oder auch was Ausgefalleneres. Die Steuerung ist ebenfalls sehr gut, denn alle Facetten des Anzugs wurden gut integriert.
Wenn man auf einen 3-Meter großen Roboter zuslidet, ihm unter die Beine rutscht und dabei in Zeitlupe ihm mit einer Schrotfline 1000 Projektile entgegenjagt, danach dem Koloss dann von hinten per Saltotritt den Rest gibt, und in der Luft mit dem Maschinengewehr die restlichen Roboter erledigt, gehört das zu den geilsten und stylischsten Momenten, die die Videospielwelt zu bieten hat.
Technisch einwandfrei
Grafisch braucht sich Vanquish nicht vor Red Dead Redemption, Uncharted 2 oder Heavy Rain verstecken. Gesichtsanimationen wirken sehr echt, die bildschirmfüllende Explosionen sind toll anzusehen und die abwechslungsreichen Levels sind alle detailreich sowieso hübsch entworfen. Das ist grafisch mit wenigen anderen Titeln die Messlatte für zukünftige Titel! Außerdem ist es bemerkenswert, dass trotz der riesigen Gegnermasse und der ständig laufenden Action die Framerate sehr stabil und flüssig bleibt. Am Sound gibt es ebenfalls nichts zu bemängeln. Die deutsche Synchro finde ich echt gelungen, auch wenn manche Seiten was anderes behaupten. Doch mir gefallen die rauen Stimmen ziemlich gut. So passen auch die lässigen, coolen Sprüche, die ein angenehmer Kontrast zu ernsten Settings wie in Medal of Honor darstellen.
GameInformer: 4 Stunden Spielzeit. Stimmt das?!
Nein, es stimmt nicht. Ich hab beim Durchspielen nicht drauf geachtet, aber ich schätze es sind schon etwas mehr als 4 Stunden. Trotzdem bleibt der Beigeschmack, dass das Ende ziemlich abrupt kommt und es ist unverständlich, dass Platinum Games keinen Multiplayer-Modus eingebaut hat. Sie sagten, es würde nicht zum Spiel passen, naja, bevor es was ähnliches wie Assassins Creed Brotherhood rauskommt, lieber reines Singleplayer Spiel machen, aber da man fast immer im Team unterwegs ist, wäre ein Koop-Modus eine super Sache gewesen. Denn zu Zeiten von Castlevania Lords of Shadow oder Red Dead Redemption ist Vanquish in der Spielzeit und im Umfang etwas mager, obwohl es den Vorteil hat, dass man es sofort noch mal durchspielen kann, da es einfach verdammt geil ist!
Fazit
Klar, Vanquish ist relativ kurz, und ein Koop-Modus wäre eine sinnvolle Erweiterung gewesen, aber man muss sagen, dass das Spiel so viele epische Momente beinhaltet, dass man einfach zuschlagen muss, wenn man auch nur einen Hauch auf Action steht.
Es lohnt sich echt!
Wertung
Story:
Gameplay:
Grafik:
Sound:
Steuerung:
Umfang:
Gesamt: