Brutal, Brutaler, Bulletstorm
So oder so ähnlich müsste das Motto der Entwickler des Spiels Bulletstorm (PS3, 360, PC) gewesen sein. Dem Spieler wird dieses Motto lieblich in den ersten paar Sekunden des Spiel beigebracht, indem der Spieler einem gefesselten Kopfgeldjäger eine Flasche von der Schädeldecke wegschießen soll. Das ganze natürlich besoffen und mit einer verzogenen Waffe.
Kill with Skill: das ist die große Innovation von Bulletstorm. Im Prinzip geht es darum deinen Gegner auf möglichst kunstvolle Art und Weise umzulegen. Klingt brutal, ist es auch. Dazu haben euch die Entwickler (Epic Games, People can Fly) einiges an Waffen gegeben und jede von ihnen hat seine eigene Liste von Skillshots. Skillshots sind vorgegebene Tötungsarten von welchen ihr, wenn ihr diese vollführt, Skillpoints bekommst. Skillspoints (SP) ist die Währung im Spiel, diese könnt ihr gegen verschiedene Upgrades eintauschen.
Logisch nur, dass man für einen Skillshot für den man erstmalig 500 SP bekommen hat das zweite mal nur 100 SP oder 50 SP bekommt. Dies' spornt den Spieler an die ganze Liste durchzugehen und jeden Skillshot durchzuführen und hindert ihn gleichzeitig von dem Farmen von einfachen Skillshots ab.
Kennt ihr diesen krampfhaft aufgesetzten Humor in manchen Spielen? Genau dies ist nicht der Fall in Bulletstorm. Der herrlich schwarzer Humor ist amüsant und wirkt gleichzeitig real. Wo wir bei den Synchronsprechern angelangt wären, diese haben ihren Job wirklich hervorragend erledigt. Vorallem der Synchronsprecher von dem ironisch-naiven Hauptprotagonist hat seine Arbeit exzellent getan. Auch treten bei der deutschen Übersetzung keinerlei dumm-stupiden Beleidigungen auf. Anscheinend kannten sich die Synchronsprecher gut mit der Fäkalsprache aus.

Die Geschichte von Bulletstorm ist von außen betrachtet sehr simpel gestrickt, wirkt jedoch in allen Aspekten der Story vollendet und gänzlich durchdacht. Du, Grayson Hunt, hast früher in einem Squad für Sarrano gearbeitet. Deine Aufgaben waren einfach: Töte den da, töte ihn dort. Alles unter dem Vorwand, dass deine Ziele böse sind. Wie das Schicksal es so will, merkst du irgendwann, dass du Zivilisten umbringst, welche gegen Sarranos Politik arbeiten und wendest dich fortan mit deiner Crew gegen Sarrano.
Zehn Jahre später stehst du da mit einem Kopfgeld von einer halben Milliarde und deiner Crew im Weltall und bist mächtig sauer auf Sarrano und triffst durch einen Zufall auf das riesige Prachtschiff von Saranno. Und dein Schiff hat keinerlei Chancen gegen dieses riesige Prachtschiff von Sarrano. Und deine ganze Crew weiß, dass ihr keinerlei Chance gegen dieses riese Prachtschiff von Saranno habt. Nach dem Misslungenen Angriff auf Sarranos Prachtschiff landet ihr auf dem Planten Stygia. Die einzigen Überlebenden sind du und dein Freund Ishi. Blöd nur, dass dieser Zwangsweise zu einem halben Cyborg umoperiert wurde und manchmal die Kontrolle an ihn verliert und dir dann dezent in den Arsch beißen will. Die einzige Möglichkeit dort wegzukommen ist, leider Gottes, zu Sarranos Schiff zu gehen (welches auch bruchgelandet ist) und dort eine Rettungskapsel zu nehmen. Und ihr dürft raten wer das nicht will: Irgendwelche kranken Übermutanten die in einer Art Anarchie auf dem Planeten leben und so nimmt das ganze seinen Lauf...
Grafikhuren aufgepasst: Ihr erlebt mit Bulletstorm eine wundervolle Grafik. Perfekt abgestimmte Landschaften in Kombination mit herumfliegenden Köpfen, einfach ein Spektakel für die Augen. Spaß beiseite, die Entwickler haben die Unreal Engine, die hier zum Einsatz kam, schön ausgereizt und das ganze sehr schön verpackt. Man kann eigentlich nirgendwo meckern, wenn es um die Grafik geht. Aber was erwartet man denn sonst von den Machern von Gears of War 1,2 (und bald 3) ? Auch an Ideen mangelte es den Entwicklern nicht. Angefangen bei irgendwelchen kranken Mutationbodybuildern bis hin zu Fleischfresserpflanzen, alles passt sehr schön zum tragisch-ironischen Szenario.

Nach einem Kampf gegen eine riesige mutierte Fleischfresser-pflanze kommt nicht etwa wiederholung von Laufeinheiten, ganz im Gegenteil: Es kommt actionreicher. Das Spiel wird wirklich nie langweilig, nach jedem Kill denkt man sich "Nail'd it" und der Reiz geht wirklich nicht verloren. Anstatt auf 90 Stunden Recycling-spaß zu setzen, haben sich die Entwickler für 4 Stunden Spielspaß voller Action, riesige Bossgegner, viel Innovation und keine Langeweilge entschieden - eine goldrichtige Entscheidung.
Auf Wunsch von ultra Chef (Cetheus), hier meine Bewertung in euer Forensystem implentiert:
Spielspaß:
Story:
Gameplay:
Abwechslung:
Grafik:
Sound:
Insgesamt:
